Simone Schwalenstöckers Eindrücke aus den USA

Und hier der erste Bericht von Simone Schwalenstöcker (Jahrgang 11) aus den USA: (Dez. 2008)

Vier Monate bin ich jetzt schon hier in den USA und ich dachte, ich folge mal Annas gutem Beispiel und berichte auch mal, was bei mir hier bis jetzt so passiert ist.

Dann mal los, also diese 4 Monate sind schon mal wie im Fluge vergangen.
Am 14. August 2008 fing das Abenteuer Amerika für mich an…morgens früh haben mich meine besten Freunde und meine Familie zum Flughafen Düsseldorf gebracht, von da aus ging es dann nach Frankfurt, wo ich dann erst einmal stundenlang auf den nächsten Flug nach Washington warten durfte. Acht Stunden Flug später bin Ich dann in Dallas, Washington gelandet und durfte dann erst einmal durch den security check der Amis laufen…Fingerabdruck…Foto der Iris…Passkontrolle! Nach alldem traf ich dann zum ersten Mal meinen Gastvater, mit dem ich dann zu meinem neuen Zuhause in Annopolis, Maryland gefahren bin. Dort angekommen habe ich den Rest meiner Familie kennen gelernt, die aus Kelly, meiner Mom, David, meinem Dad, David jr., meinem Bruder, Maribeth, meiner Schwester, Jack, meinem zweiten Bruder und Mia, meiner zweiten Schwester besteht. Maribeth und David wohnen allerdings nicht mehr zu Hause, David geht nämlich zum College und Maribeth arbeitet schon. Am zweiten Tag ging es dann direkt auf einen Trip nach upstate New York zu den 5-finger-lakes…unglaublich schöne Landschaft und eine gute Gelegenheit, meine Familie richtig kennen zu lernen. Wieder zurück in Annopolis hatte ich dann noch ein zwei Wochen laenger frei, bis dann endlich meine Schule angefangen hat. Ich gehe hier auf eine Privatschule, da die öffentliche Schule schon fünf Austauschschüler hatte…naja; die Schule hat ungefähr 800 Schüler, wir tragen alle eine schicke Schuluniform und normale Schüler dürfen 20.000$ im Jahr bezahlen, um dort hinzugehen. Dass die Schule soviel Geld hat, sieht man an all dem Equipment, was sie hat…Mac-Computer….ein eigenes Fitnessstudio…eine richtig coole Aula mit richtig guter Technik und professionellem Licht und so…also wenn da Musicals oder Shows sind, sind die meist ziemlich professionell.

Meine Schule hier startet um 8 Uhr, und dann müssen wir erstmal zu advisors, wo dann wichtige Sachen über den Tag besprochen werden. Danach fängt dann erst der richtige Schultag an…ich habe 7 classes (Fächer), aber nur 5 täglich, also rotieren die dann immer, so dass ich auch nicht jeden Tag das gleiche habe. Jede Stunde ist 60 Minuten lang und wir haben Lunch für, ich glaube, 30 Minuten. Um 2.30 ist Schule dann aus, aber dann geht’s zum Sport…im Herbst war ich im Segelteam, was richtig Spaß gemacht hat und auch mal was anders war;-) Das ist übrigens anstrengender und schwieriger, als man so denkt! Jetzt bin ich im Schwimmteam der Schule, was auch ganz lustig ist… Außerdem ist im Winter hier auch unsere Vorbereitung für unser Musical, was „the sound of music“ wird, falls das irgendjemand kennt.
Ach ja, hier während der Wahlen gewesen zu sein, war übrigens richtig cool, ich war am Tag vor den Wahlen in Virginia, um dort mit einer Freundin der Obama-Kampagne zu helfen. Wir sind den ganzen Tag mit so schicken Sandwich-Schildern rumgelaufen und haben Leute animiert, wählen zu gehen. Dabei wurden wir dann von der New York Times abgelichtet und für die Nachrichten gefilmt;-) Die Ausgabe der Zeitung kann man bei ebay übrigens für ca. 3000 Euro oder so kaufen, und ich besitze eine Kopie;-)…Ja, um 12 oder so stand hier dann fest, dass Obama der nächste Präsident ist…und ich war richtig froh, dass ich bei meiner Freundin war, denn dann konnte ich mich schön mitfreuen, da meine Familie nämlich eigentlich Republikaner sind.

Mit meiner Organisation YFU machen wir hier auch manchmal Trips und so…im November ging’s z.B. nach NYC…traumhafte Stadt…alles total hektisch und bunt und tolle Shops und und und…ich hoffe, ich fahre da noch mal hin, ist ja nicht so weit von hier;-) In Washington war ich letztens mit meinem Dad, dort sind wir ins „Newseum“ gegangen, ein Museum über News und so…war richtig cool, die hatten Zeitungen aus allen möglichen Ländern da, und es war sogar ein Stück der Berliner Mauer ausgestellt. Ebenfalls ausgestellt war ein Stück vom World Trade Centre, ziemlich bewegend.

Ich kann kaum glauben, dass es jetzt schon fast Weihnachten ist..das ging einfach so schnell! Ich freue mich auf jeden Fall schon richtig, bin mal richtig gespannt, wie das so wird…hier werden ja z.B. Geschenke erst am Morgen des 25. Dezembers ausgepackt. Naja, ich freue mich auch schon richtig auf Ferien, die kann ich nämlich richtig gut gebrauchen…allerdings muss ich erstmal meine „exams“ nächste Woche überstehen und dann kann ich 2 ½ Wochen relaxen;-). Frohe Weihnachten wünsche ich dann auch euch allen! Vermisse euch da drüben ganz schön;-)!

Eure Simone von Übersee!

Simones Augenzeugenbericht vom Amtsantritt Barack Obamas (Jan. 2009)

Simone Schwalenstöcker, Ausstauschschülerin und zur Zeit in den USA, schickt uns folgenden Augenzeugenbericht vom Amtsantritt Barack Obamas.
Okay, gestern war also Bushs last day und Obamas Amtsantritt. Und ich war dabei, mehr oder weniger ;-)…

Am Morgen des 20.01. ging’s um 5:30 Uhr von Josie’s Haus los. Mit dem Auto fuhren wir nach Washington zu einer Metro Station, um von dort in die Innenstadt zu fahren! Wir hatten so ein Glück mit der Metro den ganzen Tag…morgens mussten wir vielleicht. eine Stunde warten, aber für so einen Tag;-)! In der Stadt haben wir uns dann versucht erstmal zurechtzufinden und uns in eine Security-Schlange eingereiht. Bevor wir da durch waren, bekamen wir aber einen Anruf von einer Freundin von Josies Mom, dass wir da nicht durch müssten. Wir hatten nämlich Karten für eine private Demokraten-Parry in einem Restaurant, an dem die Parade vorbei ging. Dort angekommen dachten wir dann, dass wir zur Hintertür hinausgehen könnten, um zur „mall“ zu laufen und die Parade später von draußen zu sehen. Da das Restaurant aber nicht im Security Bereich war, ging das nicht.

Die Amtseinführung und Obamas Rede sahen wir dann leider auch nur auf dem Fernseher, Josie und ich waren richtig enttäuscht, weil wir tausendmal lieber in der Kälte bei „normalen“ Leuten gestanden hätten.

Nach der Rede sind wir dann auf jeden Fall raus gegangen, um zu den anderen Leuten zu kommen…das hat richtig Spaß gemacht, die Stimmung war einfach super und es waren soooo viele Menschen da! Josie und ich haben dann mit als Eisbär kostümierten Leuten zu Reggae-Obama -Musik getanzt;-). Um 3 Uhr ging’s zurück zum Restaurant auf die Fensterbank, um auf die Parade zu warten, die dann auch um 4:30 Uhr endlich anfing. Es war so ärgerlich: Obama ist aus dem Auto gestiegen, allerdings nicht direkt vor unserm Fenster im Restaurant, so dass ich ihn aus meinem Blickwinkel nicht sehen konnte. Rocco, ein Freund, konnte ihn sehen und ein Mädchen, das im VIP Bereich war, hat ein Foto gemacht, das sie mir geschickt hat. (Obamas Kopf ist ganz klein zu sehen.) Tja, Glück hatte ich allerdings mit Biden, der fünf Minuten später vorbei lief, der Vizepräsident immerhin;-)