Amelie Becker berichtet aus Neuseeland (November 2013)

Ein halbes Jahr unter Kiwis !

Am 18. Juli fing mein großes Abenteuer an, 6 Monate in einem fremden Land am anderen Ende der Welt. Schon der Flug war eine große Herausforderung, da er von Düsseldorf nach Frankfurt, von, Frankfurt nach Hong Kong und von dort aus nach Auckland ging,was über 24 Stunden gedauert hat !
Ich war jedoch mit vielen anderen Austauschschülern unterwegs und wir konnten uns somit schon auf der Hinreise etwas kennenlernen. In Auckland, der größten Stadt Neuseelands angekommen, ging es dann in unsere ‚welcome families‘.

Wir blieben nämlich für eine Orientierungswoche in Auckland, wobei Sightseeing und Englischunterricht auf dem Programm stand. Dabei konnte man schon ein paar Freundschaften schließen und herausfinden, ob noch jemand in der Nähe deines zukünftigen Zuhauses wohnt. Dabei hat sich schnell herausgestellt, dass ich in eine sehr beliebt Gegend gewählt habe, nämlich das Orewa College, 30 Kilometer nördlich von Auckland. Nach der 1. Woche musste man dann schon von einigen Abschied nehmen, die beispielsweise nach Wellington oder Christchurch gingen.

Wir sind dann nach Orewa gefahren und die Spannung stieg auf der Busfahrt immer weiter, da sich jeder sehr gefreut hat endlich seine richtige Gastfamilie kennenzulernen. Endlich an der Schule angekommen, wurden ich dann sehr herzlich von meiner Gastmutter und meinem Gastbruder begrüßt. Leider wechselte ich meine Gastfamilie nach dem ersten Monat, und wohnte danach bei einem super netten Ehepaar mit zwei Hunden.
Am ersten Schultag habe ich erst bemerkt wie viele Internationals wir überhaupt auf unserer Schule waren, nämlich ungefähr 50 ! Von Italienern und Japanern über Südamerikanern zu vielen Deutschen. Wir durften dann unsere Schulfächer wählen und mussten uns aus einer riesigen Auswahl auf 7 beschränken und danach ging es auf einen Ausflug in der nähe Orewas. Am Dienstag ging dann der erste, richtige Schultag um 7.40 Uhr los. Pro Tag hatte ich 5 Fächer, welche immer 60 Minuten gingen und der Unterricht endete um 4.15 Uhr. Am Anfang war es ein bisschen schwierig sich in der riesigen Schule zurechtzufinden, aber nach der ersten Woche war das kein Problem mehr. Nach kurzer Zeit hatte ich mich schon mit vielen Internationals angefreundet, was den Unterricht um einiges lustiger machte.
Generell ist der Umgang zwischen Schüler und Lehrer in Neuseeland viel entspannter und auch die Hausaufgaben halten sich in Grenzen. Ich habe hier ein paar Test mitgeschrieben und hatte eine Catering Prüfung, wobei drei Freunde und ich ein drei-gängiges Menü kochen mussten, was dann bewertet wurde. Bald bekomme ich mein Zeugnis und bin schon sehr gespannt, wie das aussehen wird. Nach dem Unterricht bin ich dann meistens mit Freunden in die Stadt gegangen und habe zu Mittag gegessen oder Zeit am Strand verbracht. Da das Wetter jetzt immer besser wird, hält man sich quasi nur noch am Strand auf, was ich zurück in Deutschland auf jeden Fall vermissen werde !

Nach circa 2 Monaten hatte ich dann 2-wöchige Ferien, die viele Freunde für eine Rundreise auf der Südinsel Neuseelands genutzt haben. Ich bin aber in Orewa geblieben und bin mit Freunden ins Kino, shoppen oder an den Strand gegangen.
Ein sehr ausgefallenes und tolles Erlebnis war ein Rugby Spiel der neuseeländischen Mannschaft All Blacks gegen Südafrika. Es ging dann nach Auckland um sich mit Fanartikel auszustatten und dann weiter zum Stadion. Ein Höhepunkt des Abends war die ‚Begrüßung‘ der All Blacks, der Haka. Diese Art Kriegstanz wurde früher von den Maori ausgeführt und wird nun von dem Rugby Team vor jedem Spiel gemacht.

Insgesamt zieht sich die Maori Kultur auch noch jetzt durch den neuseeländischen Alltag. Kia Ora heißt beispielsweise Hallo und Aoteaora Land der großen, weißen Wolke, wobei natürlich Neuseeland gemeint ist.
Ein weiteres Highlight meiner bisherigen Reise war ein Tour zu den Bay of Islands. Übers Wochenende sind ein paar Freunde und Ich mit einer Organisation weiter in den Norden gefahren und haben den 90 Miles Beach und Cape Reinga, den nördlichsten Teil Neuseelands besichtigt. Dabei wurde mir erst richtig klar warum es heißt, dieses Land sei wunderschön. Die Natur hier ist extrem vielfältig, von Bergen bis zu Stränden gibt es alles. Am letzten Tag unseres Aufenthalts war ich mit Delfinen schwimmen, was ein völlig einzigartiges und tolles Erlebnis war.

Abgesehen von der überwältigenden Landschaft gibt es aber noch etwas sehr besonderes in Neuseeland – die Kiwis. Und Nein, dabei ist nicht das Nationaltier, ein flugunfähiger, nachtaktiver Vogel gemeint, sondern Neuseelands Einwohner. Alle hier sind total offen und freundlich und haben einfach einen anderen ‚way of life‘ als in Deutschland. Man bedankt sich bei dem Busfahrer, wenn man aus dem Bus aussteigt und grüßt fast jeden den man auf der Straße trifft. Man kann hier Freundschaften fürs Leben schließen und obwohl ich mich auf Zuhause freue, bin ich traurig, dass meine Reise schon beinah zu ende ist.
Also ich kann nur jedem empfehlen ein Auslandsjahr zu machen und diejenigen die, Abenteuer, Spaß, Natur und ein Pause vom Alltag suchen sollten nach Neuseeland kommen !

Liebe Grüße, Amelie